UIllrich Angersbach – Kreta

 

Kreta – Nicht nur zum Baden schön

Ein Reisebericht von Ullrich Angersbach, der sich an der bewegten Geschichte Kretas orientiert

Erst im Flugzeug begann sich Ullrich Angersbach auf seine erste Reise zur Insel Kreta vorzubereiten. Der Reiseführer von Marco Polo gibt einen knappen Überblick über die Geschichte der Insel.

Zwischen 1900 und 1450 Jahre vor Chr. herrschte die Blütezeit der minoischen Kultur mit Palastbauten und Gutshöfen. Die vielleicht bedeutendste Sehenswürdigkeit der Insel ist daher der minoische Palast von Knossós bei Iraklio. In Iraklio gibt es übrigens ein archäologisches Museum, deren Besuch unbedingt zu empfehlen ist.

 

 

Bild: Rekonstruktion eines Palastteils nach den Vorstellungen des Ausgräbers Sir Arthus Evens (Copyright besitzt Ulrich Angersbach)

Von 1450 bis 650 v. Chr. wird die Kultur der Minoer allmählich von der griechischen verdrängt, denn nun kommt es zur Besiedlung durch die Griechen. Anschließend entstehen zahlreiche Stadtstaaten, die sich oft befehdeten. Von 67 v. Chr. bis 395 n. Chr. beherrschen die Römer die Insel.

Es folgt die Zeit der oströmisch-byzantinische Herrschaft durch Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Seit dieser Zeit dominiert die christlich orthodoxe Kirche die Inselbewohner. Dies ist an den zahlreichen Kirchen zu erkennen, die auch heute fast unverändert im alten orthodoxen Still erbaut werden.

 

 

Bild: Typische orthodoxe Kreuzkuppelkirche, die nicht viel länger als breit sind und seit dem 9. Jahrhundert ziemlich unverändert gebaut werden (Copyright hat Ulrich Angersbach)

In der venezianischen Zeit, 1204 bis 1669, haben die Venezianer zahlreiche Festungen mit Hafenanlagen hinterlassen. Besondere Highlights sind die venezianischen Häfen von Réthimno und Chaniá. Dort schließen sich schmucke Altstädte mit ihren vielen lebhaften Fußgängerzonen an. Dort bietet ein Touristenladen neben dem anderen seine bunten Waren feil. Vor diesen Kulissen tummeln sich heute die Touristen. Dort findet man eine Taverne neben der anderen. Sogenannte „Pusher“ sprechen die vorbeiflanierenden Touristen an, um sie in ihr Lokal zu locken.

Reisetipps zu Kreta von Ullrich Angersbach

Bei der Begegnung mit Pushern rät Ullrich Angersbach aus eigener Erfahrung, den Blickkontakt zu meiden und Annäherungsversuche durch ein freundliches aber entschiedenes „No, thank you“  abzuwehren. Besser ist es, sich vor dem Gang zum venezianischen Hafen im Internet bei TripAdvisor schlau zu machen und dann gezielt sein Lokal der Wahl anzusteuern.

Wenn man gerne frischen Fisch essen möchte, sollte man sich ihn in der Auslage aussuchen und wiegen lassen. Denn der Fisch wird nach Gewicht bezahlt.

Nach der venezianischen Herrschaft folgt die Zeit der Türkenherrschaft und schließlich 1913 nach einer kurzen Zeit der Autonomie die Vereinigung Kretas mit Griechenland. An die Türkenherrschaft erinnert heute noch der Mokka.

Kaffee bestellen will gelernt sein

Will man sich nicht unbeliebt machen, sollte man immer „griechischen“ Kaffee bestellen, nie „türkischen“ Kaffee. Immer wird man gefragt, ob man den Kaffee (eigentlich Mokka) mit Zucker haben will. Bejaht man dies, folgt die Frage, ob man viel oder nur „half sugar“ bevorzugt.

Die Türken haben auch schöne erdbebensichere Moscheen hinterlassen (auf Kreta bebt die Erde nämlich häufig). Besonders malerisch ist die Janischaren-Moschee am Hafen von Chaniá.

 

 

Bild: Hafen von Chania mit seiner 1645 errichteten Moschee, die nach dem Namen der Elitetruppen der osmanischen Sultane benannt ist (Copyright gehört Ulrich Angersbach)

Die Inseln besuchen – Reisetipp von Ullrich Angersbach

Aber nichts zieht im Sommer „gefühlt“ mehr Touristen an, als die Insel Spinalonga bzw. Kalidón bei Ágios Nikólaos. Ab etwa 10 Uhr legen dort im Minutentakt große und kleine Schiffe an und „spucken“ massenhaft Touristen aus. Auf Kalidón befinden sich Überreste einer türkischen Siedlung und eine gut erhaltene venezianische Festung, die beide Aussicht haben, zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt zu werden. Aber nicht die türkischen und venezianischen Überreste machen die Insel so attraktiv. Es ist der Umstand, dass diese Insel von 1913 bis 1957 der Verbannungsort von Leprakranken war.

 

 

Bild: Blick auf Kalidón, der kleinen Nachbarinsel von Spinalonga, dem einstigen Verbannungsort von Leprakranken (Ulrich Angersbach gehört das Copyright)

Im zweiten Weltkrieg hielten die Deutschen Kreta von 1941 bis 1944 besetzt. Kamen damals durch Partisanenangriffe deutsche Soldaten zu Tode, wurden 10 Griechen für einen toten deutschen Soldaten erschossen. Dennoch werden die Deutschen heute freundlich als Touristen empfangen und viele im Touristen Gewerbe sprechen neben Englisch auch etwas Deutsch. Es gehört jedoch auch heute noch zum guten Ton auf der Insel, gegen jegliche „Fremdherrschaft“ aus Athen zu sein. So gibt es überall Preisnachlässe, wenn man bei Einkäufen in Touristenläden bar bezahlt und manch ein Bürger macht sich durch Schüsse auf Verkehrsschilder Luft, wenn er sich zu sehr von staatlicher Autorität vom Festland gestört fühlt. Davon zeugen die vielen Einschusslöcher auf den Verkehrszeichen im ganzen Land. Dennoch gilt die Insel als sehr sicher.

Kreta muss mit allen Sinnen erlebt werden

Doch die meisten Touristen interessieren sich nicht so sehr für die bewegte Geschichte der Insel Kreta. Sie sind hierhergereist, um im Meer zu baden oder der Hitze des Sommers in den bis zu 2456 Meter hohen Bergregionen Zuflucht zu finden. Kaum hat man die quirligen Küstenstädte verlassen, ist man mitten in einer grandiosen Bergwelt. Dort gibt es auf den meist gut ausgebauten Straßen nur wenig Verkehr. Ausnahmen stellen nur einige Zufahrtsstraßen zu bestimmten Klöstern dar, die es zahlreich gibt, wovon allerdings nur wenige touristisch interessant sind.

Als Touristen-Highlight gilt das Kloster Arkádi bei Réthimno. Dies ist das Nationalheiligtum von Kreta. Dort fanden blutige Kämpfe gegen die türkische Fremdherrschaft statt und dort begingen Widerstandskämpfer mit zahlreiche Frauen und Kinder kollektiven Selbstmord indem sie sich im Pulverturm des wehrhaften Klosters in die Luft sprengten, nur um nicht in die Hände der Belagerer zu fallen.

 

 

Bild: Kloster Arkádi, wo sich 1866 Widerstandskämpfer selbst in die Luft sprengten, um nicht in osmanische Gefangenschaft zu geraten (das Copyright ist Eigentum von Ulrich Angersbach)

Nach den kulturellen Ausflügen, hier ein Bild vom Sonnenaufgang über dem Meer. Das ist die Schönheit, die man auf der Insel Kreta jeden Morgen dankbar erleben darf.

 

 

Bild: Blick auf einen Sonnenaufgang, wie man ihn von einem Hotelzimmer nahe der Stadt Ágios Nikólaos erleben kann (Ulrich Angersbach ist Eigentümer des Fotos und besitzt das Copyright)

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Reiseberatung von Ulrich Angersbach. Er gibt lediglich die Meinung von Ulrich Angersbach wieder. Für die hier dargestellten Fakten wird von Ulrich Angersbach keine Haftung übernommen.

Ullrich Angersbach hat sich auch mit der wirtschaftlichen Situation in Griechenland auseinander gesetzt und dazu geschrieben: http://ullrich-angersbach-griechenland.de/, den Goldpreis http://ullrich-angersbach-goldpreis.de/, die Anleihenblase http://ullrich-angersbach-Anleihenblase.de/ und über die Zinswende http://ullrich-angersbach-zinswende.de/ sowie über Wohnimmobilien http://ullrich-angersbach-wohnimmobilien.de/.

Darüber hinaus hat Ulrich Angersbach unter anderem Reiseberichte über die Côte d'Azur http://ullrich-angersbach-cotedazur.de/, http://ullrich-angersbach-isreal.de/ und die Seiser Alm http://ullrich-angersbach-seiser-alm.de/ verfasst.